
Museumskonzept
"LOKSCHUPPEN SELB STADT"
Exemplarisch am Standort Lokschuppen Selb soll die wichtige Verbindung zwischen regionaler Industrialisierung und Eisenbahn aufgezeigt werden. Der Schwerpunkt ist dabei die regionale Eisenbahn sowie Werks- und Industriebahnen in Nordostoberfranken. Dadurch wird eine weiterer attraktiver Anziehungspunkt in der Region Hochfranken geschaffen.
Das Museum wird als lebendiges Museum konzipiert. Hauptträger für eine Lebendigkeit ist der Fahrbetrieb mit historischem Lokomotiv- und Wagenmaterial. Vier Weichen, eine Gleislänge von über 250 Meter und eine Drehscheibe als zentraler Punkt machen einen Fahrbetrieb möglich und für die Besucher abwechslungsreich. Weiterhin können so bei Sonderausstellungen die Fahrzeuge optimal präsentiert werden.
Eine Benutzung von eisenbahntechnischer Ausrüstungsteile durch Besucher ist vorgesehen. Ebenso wird der Besucher in Aktionen mit eingebunden. So können z.B. Signale oder Weichen durch Gäste gestellt werden. Moderne Demonstrationsmedien sollen zudem den Wissensgehalt von musealen Präsentationen nahe bringen.
Anhand von ausgewählten Museumsexponaten, Medien und Hintergrundinformationen ist die museale Aufbereitung in das Gesamtkonzept "Lokschuppen Selb" eingebunden. Exponate und Museumseinrichtungen sind historisch begründbar und zeigen z.B. im Endausbau der Fahrzeugsammlung einen Abriss der lokalen Geschichte von Industrie- und Werkbahnen.
Durch eine museumsdidaktische Aufbereitung des Inventars und dem adressatengerechten Einsatz von Medien wird eine breite Bildungsfunktion angestrebt. Ein Besuch soll ebenso lehrreich sein wie auch den Gästen Spaß bringen. Durch die Museumsdidaktik soll das Museum handlungssystematisch geordnet werden was die Bedeutung der Eisenbahn für die Porzellanindustrie verdeutlicht.
Das Konzept "Zusammenhang zwischen Keramikindustrie und Eisenbahn" ist neu und einzigartig. Existierende Museumskonzepte weisen eine strikte Trennung zwischen Produktion und Eisenbahn auf. Das vorliegende Rahmenkonzept stellt im Bereich der Eisenbahnmuseen einen Lückenschluss her und verdeutlicht den Zusammenhang von Eisenbahn und industrieller Geschichte.
Dieses Rahmenkonzept für eine museale Aufbereitung einer bestehenden und ggf. zu erweiternden Sammlung stellt eine Erweiterung der kulturellen Landschaft Bayerns dar. Weiterhin kann die Realisierung eines "Eisenbahnmuseums der etwas anderen Art" eine Attraktivitätssteigerung der wirtschaftlich angeschlagenen Region Oberfranken bedeuten.
Zusammenarbeit
mit dem Porzellanikon
Der MuEC strebt eine enge Zusammenarbeit mit dem Porzellanikon (vormals das Europäischen Industriemuseum für Porzellan) in Selb-Plößberg an.
Im diesem Industriemuseum wird auf eindrucksvolle Weise die Herstellung von Porzellan verdeutlicht. Das Industriemuseum befindet sich in der alten Porzellanfabrik Jacob Zeidler & Co., die ca. drei Kilometer vom Lokschuppen Selb entfernt ist. Auf mehreren Museumsebenen wird dort mittels vieler Demonstrationsmedien die Produktion des "weißen Goldes" ausführlich dargestellt. Das regionale Eisenbahnmuseum "Lokschuppen Selb" ist eine Ergänzung dieses Museumskonzepts. Im regionalen Eisenbahnmuseum wird die gegenseitige Abhängigkeit von Eisenbahn und Porzellanindustrie aufgezeigt. Langfristiges Ziel beider Projekte ist es schließlich, einen funktionierenden Bahnbetrieb zwischen dem Lokschuppen Selb und dem Europäischen Industriemuseum für Porzellan in Selb-Plößberg anzubieten. Eine Museumsbahn zwischen den beiden musealen Standpunkten ist eine Bereicherung für die Region und ein attraktiver Anziehungspunkt. Schon in den vergangenen Jahren führte der Modell- und Eisenbahnclub Selb - Rehau e.V. auf dem Gleisanschluss des Industriemuseums viele Fahrten mit einer Werksdiesellokomotive durch. So konnten Besucher des Museums auf dem Führerstand mitfahren und so einen Eindruck aus Sicht eines Lokführers gewinnen. Im Jahre 2005 begleitete und unterstützte der Modell- und Eisenbahnclub Selb-Rehau e.V. den Neubau des Gleises im Innenhof des Industriemuseums. Es ist geplant, in naher Zukunft einen eigenen Lokschuppen zu errichten. Momentan befinden sich zwei Maschinen auf dem Gelände des Museums; zukünftig könnten dann auch Fahrten zu Museumsfesten angeboten werden.
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