Die Brücke bei Eulenhammer ca. 1880
Die Brücke bei Eulenhammer ca. 1880
Die Brücke bei Eulenhammer ca. 1880Auswechseln der Brücke bei Eulenhammer 1910Das Bahnhofsgebäude von Rehau 1914Blick auf die GleisanlagenDie Brücke bei Eulenhammer wird neu gebautEisenbahnunglück bei Rehau 1926Porzellanfabrik Schödl, Jakob & Co.Porzellanfabrik Hertel, Jakob & Co.Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Co.Zugbetrieb in RehauZugbetrieb in RehauZugbetrieb in Rehau

Eisenbahn in Rehau
Nach dem Bau der ersten bayerischen Fernbahn von Lindau nach Hof begann auch in unserer Region das Eisenbahnfieber.
Auch Rehau wollte natürlich nicht abseits des neuen Verkehrsmittels liegen und Planungen und Eingaben wurden zuhauf gemacht. Auch die Stadt Hof mit ihren aufstrebenden Textilbetrieben war an einem weiteren Bahnanschluss in Richtung Böhmen interessiert, vorwiegend um die böhmische Kohle schnell und billig antransportieren zu können. Nach längeren Verhandlungen über die Streckenführung (zunächst war eine Bahnstrecke von Hof über den Regnitzgrund - Regnitzlosau und weiter nach Roßbach - Asch geplant) kristallisierte sich die noch heute bestehende Bahnstrecke über Oberkotzau - Rehau - Schönwald - Selb-Plößberg nach Asch und weiter nach Eger heraus.
Da der bayerische Staat am Bahnbau wenig interessiert war, wurde die Strecke auf Rechnung der Stadt Hof gebaut und die königliche bayerische Staatsbahn übernahm den Bahnbetrieb pachtweise.
Am 24. Oktober 1864 war es dann soweit, die ersten zwei Lokomotiven erreichten aus Richtung Eger kommend den Rehauer Bahnhof. Und ein Jahr später, am 1. November 1865 wurde der reguläre Betrieb aufgenommen. Zunächst verkehrten drei Zugpaare täglich.
Schon bald zeigte sich die segensreiche Wirkung des Bahnanschlusses: Bestehende Fabriken erweiterten ihre Produktionsstätten und neue Fabriken kamen hinzu.
Nach dem ersten Weltkrieg ging mit der Neuordnung der Ländereisenbahnen auch die Strecke Oberkotzau - Eger in das Eigentum der neu gegründeten Deutschen Reichsbahn über.
Wichtigstes Umschlaggut war in den Jahren bis zum 2. Weltkrieg das Vieh. Rehau war bekannt als Hochburg der Viehhändler und ein Großteil des nach Sachsen und Böhmen verkauften Viehs wurde in Rehau auf die Bahn verladen. Noch bis 1990 zeugte eine große Viehverladerampe von der einstigen Bedeutung des Rehauer Bahnhofes, der vor dem ersten Weltkrieg im Frachtaufkommen an 54. Stelle aller bayerischen Bahnhöfe stand!
Schon in den 30er Jahren stationierte die damalige Deutsche Reichsbahn in Rehau eine Rangierlokomotive um die Bedienung der einzelnen Ladestellen und Fabriken zu beschleunigen und zu verbessern. Für diese Diesellokomotive, auch "Bockel" genannt, wurde am Bahnübergang Frauenberger Weg eigens ein kleiner Lokschuppen errichtet, damit der Bockel auch ein Dach über dem Kopf hatte und in dem kleinere Wartungsarbeiten vorgenommen werden konnten. Dieser Lokschuppen wurde übrigens erst 1990 dem Erdboden gleich gemacht.
Aber der allgemeine Güterrückgang auf der Schiene machte natürlich auch in Rehau nicht halt. So wurde die Viehverladung nach dem 2. Weltkrieg eingestellt und im Jahre 1972 wurde die Stückgutabfertigung aufgehoben. Trotzdem war das Waggon-Aufkommen noch so hoch, daß die Stationierung der Rangierlokomotive zunächst noch gerechtfertigt war. Doch am 31. März 1983 wurde auch diese nicht mehr benötigt und abgezogen. Seit diesem Zeitpunkt übernahm die Zuglokomotive des täglichen Güterzuges Hof - Selb Stadt die Bedienung der einzelnen Ladestellen.
War die Strecke Oberkotzau - Rehau - Selb-Plößberg - Asch - Eger anfangs noch als eingleisige Hauptbahn eingestuft (erkennbar unter anderem daran, dass alle Bahnübergänge technisch gesichert waren), so begann die schrittweise Degradierung schon in den 70er Jahren, als die Teilstrecke Selb-Plößberg - Landesgrenze - Asch in eine Nebenbahn umgewandelt wurde unter gleichzeitiger Einführung der CSD-Fahrdienstvorschriften.
Mitte der 90er Jahre wurde dann auch der Streckenabschnitt Rehau - Selb-Plößberg (und weiter nach Selb Stadt) in eine Nebenbahn umgewandelt und der sog. "vereinfachte Zugleitetrieb" (VZB) eingeführt. Seitdem melden sich die in Richtung Selb Stadt fahrenden Triebfahrzeugführer über Funk beim Rehauer Fahrdienstleiter, der ihnen dann die Fahrerlaubnis bis Selb Stadt erteilt. In der Gegenrichtung fragen die Triebfahrzeugführer über Streckenfernsprecher ebenfalls beim Rehauer Fdl. an und erhalten dann die Fahrgenehmigung.
Der Streckenabschnitt Oberkotzau - Rehau ist nach wie vor als eingleisige Hauptbahn eingestuft.
Zum Fahrplanwechsel im Mai 1996 wurde auch der verbleibende Güterverkehr auf der Strecke Hof - Selb eingestellt und seitdem verkehrt auch kein Güterzug mehr in Rehau.
Der letzte Akt in diesem Drama geschah im August 2001, als alle nicht mehr benötigten (Güter-) Gleisanlagen in Rehau ersatzlos demontiert wurden.
Wesentlich anders als im Güterverkehr verlief die Entwicklung im Personenverkehr. Nach der allgemeinen Ausdünnung des Angebotes in den 60er und 70er Jahren erfolgte 1983 die Verkehrsruhe an Samstagen und Sonntagen.
Ein ungeahnter Aufschwung kam aber ab 1996, als im Zuge der Regionalisierung des Nahverkehrs der Freistaat Bayern für alle Nahverkehrsleistungen zuständig wurde und auch auf der Strecke Hof - Selb Stadt wieder Wochenendfahrten bestellte und unter der Woche einen stündlichen Taktverkehr von 6 - 21 Uhr einrichtete.
Die nach der Einstellung des Güterverkehrs verbleibenden 2 Gleise werden somit rege genutzt, kreuzen doch stündlich die Züge Hof - Selb Stadt und Gegenrichtung in Rehau. Zu diesem Zweck ist auch das Fahrdienstleiter-Stellwerk noch besetzt und der Rehauer Fdl ist gleichzeitig Zugleiter auf der VZB-Strecke Rehau - Selb Stadt.
Das früher vorhandene Wärterstellwerk "Ro" (Rehau Ost) wurde hingegen im Januar 2005 dem Erdboden gleich gemacht.
Somit ist der Personenverkehrsangebot heute besser denn je.

Der Haltepunkt Wurlitz
Bereits seit der Eröffnung der Bahnstrecke Oberkotzau - Eger besitzt das Dörfchen Wurlitz im Schweßnitzgrund einen Bahnanschluß.
Ursprünglich nur als Personenhaltestelle kam schon bald ein Anschlußgleis zum Steinbruch des Hessit-Werkes hinzu. Dieses bestand bis ca. 1970. Zum Bewegen der Waggons dienten dem Hessit-Werk zwei Werkslokomotiven, eine davon war ein Eigenbau, die andere die Kö 0181. Mindestens bis zum Abbruch des Anschlußgleises war die Haltestelle Wurlitz besetzt, war doch das Anschlußgleis mittels Deckungssignalen gesichert. Die Bedienung des Anschlusses erfolgte mittels Sperrfahrten von Rehau aus.
Das Agenturgebäude wurde Mitte der 70er Jahre abgebrochen.
Im Jahr 1990 wurde gegenüber dem ehemaligen Steinbruch-Anschluß ein neues Industriegleis errichtet. Der in Wurlitz ansässige Schrotthändler verlagerte seine Bahnverladung vom Rehauer Bahnhof nach Wurlitz, da das Gelände in Rehau durch einen Straßenneubau anderweitig genutzt wurde. Leider wurde dieses Anschlußgleis nicht sehr rege genutzt und liegt seit dem brach. Es ist aber nach wie vor vorhanden und könnte ohne großen Aufwand wieder genutzt werden.
Seit dem Fahrplanwechsel 2004 ist der Personenhaltepunkt Wurlitz nur noch als Bedarfshaltepunkt ausgewiesen.

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